Die intensive Nutzung unserer Landschaft führt ungebremst zum dramatischen Verlust an Lebensräumen und damit zum Verschwinden zahlloser Tier- und Pflanzenarten.

 

Für das institut für artenschutz der Auftrag, den heimischen Kleingewässern eine besondere Beachtung zu schenken.

 

Über einen Zeitraum von fünf Jahren wurde im östlichen Niedersachsen eine systematische Erfassung der Amphibien-Laichgewässer durchgeführt und für die Bewertung der erfaßten Biotope Laubfrosch und Rotbauchunke als Indikatorarten herangezogen.

 

Die Rotbauchunke (bombina bombina), auch Tiefland-Unke genannt, war in Niedersachsen einst weit verbreitet. Noch in den fünfziger Jahren des zurückliegenden Jahrhunderts gab es vage Hinweise auf Vorkommen in den „Celler Dreckwiesen“ und der „Holtumer Geest“ bei Bremen. Abseits der Elbniederungen war die Art lediglich im Landkreis Uelzen sicher nachgewiesen. Doch auch diese isolierten Populationen mußten in den achziger Jahren als nahezu erloschen angesehen werden. Die Gründe hierfür können in den klimatischen Veränderungen, im zunehmenden Straßenverkehr sowie in der Art der landwirtschaftlichen Nutzung gefunden werden.

 

Amphibien nehmen Luft und Feuchtigkeit auch über ihre gesamte Körperoberfläche auf. Bei ihren jährlichen Wanderung über die Ackerflächen kommen sie zwangsläufig mit den Spritz- und Düngemitteln der Bauern in Berührung. Diese Stoffe bleiben an den Tieren haften, dringen in ihre Organismen ein und führen  zum Tod durch Vergiftung!!

 

Mit den ‚ifa-Biotopschutzprojekten’ sollte den heimischen Amphibien im allgemeinen und der Rotbauchunke im besonderen geholfen werden. Die Rotbauchunke liebt sonnenexponierte Gewässer mit ausgedehnten, sich schnell erwärmenden Flachbereichen. Auf den Flächen des Institutes wurden in Eigenarbeit Gewässer dieses Typs angelegt und 1985 konnte eine Wiederansiedlung der hier vom Aussterben bedrohten Rotbauchunke eingeleitet werden. Die mit heimischen Larven installierte Population hat inzwischen alle benachbarten Gewässer des Institutes besiedelt.

 

Mit dieser ethisch sinnvollen, ökologisch aber eher bescheidenen Maßnahme kann den oben beschriebenen Gefahren natürlich nicht nachhaltig begegnet werden.

 

ifa