Projekt: ‚Trafo Carlshan’

Der Trafo Carlshan’ ist Eigentum der Stadt Bad Rodach, wurde in den achtziger Jahren außer Dienst gestellt und sollte abgerissen werden.

Das institut für artenschutz kam 1990 mit der Stadt Bad Rodach zu einer Pachtvereinbarung und unterhält das Gebäude seither als Arten-Hilfsmaßnahme zum Vorteil der Schleiereule. Die erforderlichen Erhaltungs- und Sicherungsmaßnahmen werden von ‚ehrenamtlichen’ Mitarbeitern durchgeführt. 1991 wurde das Dach erneuert.

 

Die Schleiereule steht auf der Roten Liste der bedrohten Arten und ist in weiten Teilen unseres Landes vom Aussterben bedroht oder bereits verschwunden. Dies liegt zum einen am Verlust der ursprünglich reich gegliederten Landschaft und dem damit einhergehenden Verlust der Nahrungsgrundlagen und zum anderen am Verlust geeigneter Nistmöglichkeiten.

Einst weit verbreitet, fand sie, als Kulturfolger in Kirchen, Scheunen oder Ruinen gute Bedingungen zur Aufzucht ihrer Jungen. Sie meidet größere Waldgebiete und sucht ihre Beute, die zu 95% aus kleinen Säugetieren besteht, im dörflichen Raum und im offenen, reich strukturierten Gelände.

 

In ihrer bereits seit 60 Millionen Jahren währenden Entwicklungsgeschichte brachte die Familie der Eulen eine Vielzahl von Arten hervor, von denen heute noch etwa 140 existieren. Sie besiedelten, mit Ausnahme der Antarktis, alle Kontinente unserer Erde und besetzten die unterschiedlichsten ökologischen Nischen. Sie sind in eisigen Polarregionen ebenso heimisch wie in den Wüsten, Tundren oder tropischen Regenwäldern.

 

Obwohl die meisten Arten dämmerungs- bzw. nachtaktiv sind, vermögen sie auch bei Tage hervorragend zu sehen. Ihr außerordentlich gutes nächtliches Sehvermögen wird durch ein nicht minder gut entwickeltes Gehör ergänzt..Auch besitzen Eulen ein sehr weiches Gefieder, das ihnen zu einem völlig lautlosen Flug verhilft. Sie verfügen über eine Vielzahl von Fähigkeiten um in einer intakten Natur bestehen zu können und erst die intensive Nutzung aller Landschaften durch uns Menschen brachte viele Arten in allergrößte Schwierigkeiten. 

 

ifa